Baureifes Land sind Grundstücke, die sowohl rechtlich als auch tatsächlich bebaut werden können. Planungsrecht, Erschließung und Zuschnitt sind so weit geklärt, dass einem Bauvorhaben grundsätzlich nichts mehr im Weg steht. Baureifes Land ist die höchste Entwicklungsstufe eines Grundstücks und hat deshalb den höchsten Bodenwert.
Was bedeutet baureifes Land?
Ein Grundstück durchläuft auf dem Weg zum Bauplatz mehrere Stufen: von der Acker- oder Wiesenfläche über Bauerwartungsland und Rohbauland bis zum baureifen Land. Erst auf der letzten Stufe ist alles vorhanden, was ein Bauherr braucht: Das Planungsrecht erlaubt die Bebauung, Straße, Kanal und Leitungen sind vorhanden oder gesichert, und das Grundstück ist so geschnitten, dass darauf ein Haus Platz findet.
Die gesetzliche Definition nach § 3 ImmoWertV
Die Immobilienwertermittlungsverordnung definiert den Begriff in § 3 Absatz 4 ImmoWertV:
„Baureifes Land sind Flächen, die nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften und nach den tatsächlichen Gegebenheiten baulich nutzbar sind.“
Anders formuliert: Es reicht nicht, dass gebaut werden darf. Es muss auch tatsächlich gebaut werden können. Ein Grundstück im Bebauungsplangebiet ohne Zufahrt ist deshalb ebenso wenig baureif wie ein gut erschlossenes Grundstück, auf dem das Planungsrecht keine Bebauung zulässt.
Die beiden Voraussetzungen im Überblick
| Rechtlich | Tatsächlich |
|---|---|
| Bebauungsplan, fortgeschrittene Planung oder bebauter Innenbereich | ausreichende Größe und brauchbarer Zuschnitt |
| gesicherte Erschließung | Zufahrt zu einer öffentlichen Straße |
| keine entgegenstehenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften | tragfähiger Baugrund |
Worauf Käufer trotzdem achten sollten
Auch baureifes Land kann Überraschungen bergen:
- Erschließungsbeiträge: Ein Grundstück kann baureif sein, obwohl die Beiträge für Straße oder Kanal noch nicht bezahlt sind. Ob ein Bodenrichtwert beitragsfrei oder beitragspflichtig gilt, ist in BORIS.NRW angegeben.
- Baugrund: Altlasten, ein hoher Grundwasserstand oder schlechter Boden können das Bauen deutlich verteuern.
- Blindgänger: In vielen Städten Nordrhein-Westfalens wird vor Erdarbeiten geprüft, ob ein Verdacht auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg besteht.
Bedeutung für den Wert
Die Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse beziehen sich in Wohngebieten fast immer auf baureifes Land. Für Rohbauland oder Bauerwartungsland werden davon Abschläge vorgenommen. Wer ein Grundstück als baureif einstuft, obwohl Erschließung oder Zuschnitt noch fehlen, kommt deshalb schnell zu einem deutlich zu hohen Wert.
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Häufige Fragen zum baureifen Land
Kann ich auf baureifem Land sofort bauen?
Nicht ohne Weiteres. Baureif heißt, dass eine Bebauung grundsätzlich zulässig und möglich ist. Für das konkrete Haus brauchen Sie trotzdem eine Baugenehmigung oder müssen die Bauunterlagen je nach Fall im Freistellungsverfahren bei der Gemeinde einreichen.
Bezieht sich der Bodenrichtwert auf baureifes Land?
In Wohn- und Gewerbegebieten in der Regel ja. In BORIS.NRW ist bei jeder Zone angegeben, für welchen Entwicklungszustand und welchen Beitragszustand der Wert gilt.
Was unterscheidet baureifes Land von Rohbauland?
Beim Rohbauland ist die Bebauung zwar planungsrechtlich vorgesehen, aber die Erschließung fehlt noch oder die Grundstücke müssen erst neu geschnitten werden. Baureifes Land hat diese Schritte bereits hinter sich und ist entsprechend mehr wert.