
Herstellungskosten (NHK 2010): Wie Baupreise den Gebäudesachwert massiv beeinflussen
Die Normalherstellungskosten (NHK 2010) bilden das mathematische Herzstück des Sachwertverfahrens nach der ImmoWertV und dem Bewertungsgesetz (BewG). Sie definieren die fiktiven Kosten, die für den Neubau eines quadratmetergroßen Gebäudes im Basisjahr 2010 angefallen wären. Um den heutigen realen Gebäudesachwert herzuleiten, müssen diese historischen Werte über die aktuellen Baupreisindizes des Statistischen Bundesamtes an den spezifischen Stichtag angepasst werden. Durch die drastischen Steigerungen der Material- und Lohnkosten im Bauwesen in den vergangenen Jahren bläht dieser Berechnungsmechanismus den steuerlichen Immobilienwert künstlich auf. Während das Finanzamt bei Erbschaften oder Schenkungen die NHK-Tabellen stur vom Schreibtisch aus anwendet und individuelle Mängel ignoriert, zerlegt ein zertifizierter Sachverständiger die Bausubstanz detailgetreu. Ein fundiertes Verkehrswertgutachten ist der einzig rechtssichere Weg, um den niedrigeren gemeinen Wert nach Paragraf 198 BewG nachzuweisen und die Steuerlast legal zu minimieren.