
Vorkaufsrechte bewerten: Wie stark mindert ein dingliches Vorkaufsrecht den Verkehrswert?
Die Ermittlung des reinen Bodenwerts gehört zu den grundlegendsten und zugleich fehleranfälligsten Disziplinen des Immobilienbewertungsrechts. Ob unbebaute Baulücke, Bauerwartungsland oder ein Grundstück mit einem abrissreifen Bestandsgebäude – der Wert des nackten Bodens bildet das Fundament für jede wirtschaftliche Transaktion und steuerliche Festsetzung. Während das Finanzamt bei Erbschaften, Schenkungen oder Vermögensübertragungen den Wert unbebauter Flächen stur nach starren Tabellenverfahren des Bewertungsgesetzes (BewG) überbewertet, seziert ein zertifizierter Sachverständiger das Grundstück nach den aktuellen Kriterien der ImmoWertV. Ein fundiertes Verkehrswertgutachten berücksichtigt individuelle Erschließungszustände, Altlasten oder rechtliche Einschränkungen und ist das einzige Instrument, um den niedrigeren gemeinen Wert nach Paragraf 198 BewG rechtssicher nachzuweisen.
