
Die wirtschaftliche Restnutzungsdauer: Wie „alt“ ist ein Gebäude aus Sicht des Marktes wirklich?
Die wirtschaftliche Restnutzungsdauer ist eine der komplexesten und zugleich einflussreichsten Variablen in der Immobilienwertermittlung. Im Gegensatz zum unbestechlichen biologischen oder chronologischen Alter eines Gebäudes beschreibt sie die verbleibende Zeitspanne, in der eine Immobilie bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung noch nachhaltig Erträge erwirtschaften oder sinnvoll genutzt werden kann. Sie steuert im Sach- und Ertragswertverfahren maßgeblich die mathematischen Abschreibungen und Vervielfältiger. Während Finanzämter bei der steuerlichen Wertermittlung oft mit starren, künstlich verlängerten Pauschalen rechnen, leitet ein zertifizierter Sachverständiger die reale Restnutzungsdauer über die Modernisierungsmatrix der ImmoWertV her. Ein solches Verkehrswertgutachten bildet das rechtssichere Fundament, um den niedrigeren gemeinen Wert nach § 198 BewG durchzusetzen und die Erbschaftssteuer drastisch zu senken.